Die Grundwerte der Permakultur

Achtsamer Umgang mit der Erde und den Menschen, Selbstbegrenzung und Überschußplanung

Achtsamer Umgang mit der Erde

In der Geschichte der Menschen wurde deutlich, dass tragende Verbindungen in Lebensgemeinschaften aus einem von allen befürworteten Wertesystem aus ethischen Prinzipien entstehen. Jeder von uns geht seinen eigenen Weg, im eigenen Tempo und innerhalb der Grenzen seiner materiellen und intellektuellen Möglichkeiten. Trotzdem haben alle Gemeinschaften und Individuen dasselbe Ziel: Den Fortbestand eines lebendigen, komplexen, vielfältigen und sich selbst erhaltenden Planeten als Existenzgrundlage.

Das Fundament der Permakultur bilden die drei folgenden ethischen Grundgedanken. Diese Werte sollen unter Berücksichtigung einer ökologischen, sozialen und ökonomischen Komponente dazu dienen, zukunftsfähige Lebensräume zu schaffen und zu erhalten. Diese Ethik soll die Orientierung für alles nachhaltige permakulturelle Denken, Gestalten und Handeln sein.

Achtsamer Umgang mit der Erde

Schutz und Erhalt aller Lebensformen, damit diese bestehen und sich natürlich weiter entwickeln können

Junge Pflanze

Wir Menschen haben die einzigartige Möglichkeit zu denken, aufzuzeichnen und das Vergangene bewusst anzunehmen, um uns ein Bild aus unserer Historie machen zu können. Aus diesem Grund wissen wir heute, dass Maßnahmen, die in der Vergangenheit angemessen schienen, heute offensichtlich nicht mehr tragbar sind, um langfristig auf der Erde überleben zu können. Es obliegt nun unserer Verantwortung, destruktive und lebensfeindliche Gewohnheiten und Substanzen zu verringern, abzuschaffen und zu verbieten. Wir handeln, um zu überleben!

Dieser Grundgedanke erinnert uns an einen behutsamen und vorausschauenden Umgang mit unseren natürlichen Lebensgrundlagen. Er ermahnt uns also, in allen Entscheidungen auf die kommenden Generationen von Lebewesen Rücksicht zu nehmen. Damit gewährleisten wir nachfolgendem Leben einen größtmöglichen Gestaltungsspielraum. Wir ehren und achten das Geschenk der Schöpfung und wir Menschen sehen uns als integralen Bestandteil unserer natürlichen Umwelt. Die Erde ist eine lebendige, atmende Einheit. Bei allem, was wir tun, sollte Nachsicht und Fürsorge im Vordergrund stehen.

Das Symbol der jungen Pflanze repräsentiert organisches Wachstum, ein wesentlicher Bestandteil für nachhaltiges Leben auf der Erde.

"Ich bin Leben, das leben will, inmitten von Leben, das leben will." Albert Schweizer

Achtsamer Umgang mit den Menschen

Schutz, Selbstbestimmung und gerechter Zugang zu lebensnotwendigen Ressourcen für alle Menschen

Zwei Menschen in Einheit

Nachdem wir eine Ethik für eine lebenswerte und lebenserhaltende Umwelt erschaffen haben, widmen wir uns der Beziehung mit anderen Menschen. Hier beobachten wir eine fundamentale Regel in der Natur: Kooperative Arten und das Zusammenwirken unterschiedlicher, sich gegenseitig unterstützender Spezies, gestalten gesunde Gemeinschaften. Dieses Vorbild ermutigt uns, die vorherrschende konkurrierende Lebensweise sensibel zu überdenken, um durch mehr Kooperation und gegenseitige Unterstützung eine neue zukunftsfähige Gesellschaft zu stärken.

Der achtsame Umgang mit Menschen beginnt in der kleinsten sozialen Einheit: uns selbst. Sobald wir aufhören, andere anzuklagen und beginnen, Verantwortung für unsere Situation zu übernehmen, entstehen Selbstbewusstsein und Unabhängigkeit als das Rückgrat der Familie, der lokalen und globalen Gesellschaft. Eine funktionierende Gemeinschaft besteht aus Menschen, die sich gegenseitig tragen. Es besteht ein ausgeglichenes Verhältnis aus Geben und Nehmen.

Das Symbol der beiden Menschen repräsentiert Einheit, Kooperation und Mitgefühl für eine nachhaltige soziale Veränderung. 

"Ohne permanente Agrikultur gibt es keine Aussicht auf eine stabile soziale Gesellschaftsordnung." Bill Mollison

Überschussverteilung und Selbstbegrenzung

Einschränkung beim Konsum, nachhaltige Familienplanung und die Bereitschaft zum Geben

Kuchenstück

Die endliche Belastbarkeit und Regenerationsfähigkeit unseres Planeten setzt dem ökonomischen Wachstum Grenzen. Eine gleichberechtigte Verteilung von materiellen Lebensgrundlagen setzt eine Selbstbegrenzung bei der Befriedigung der individuellen Bedürfnisse voraus. Daraus geht auch die Bereitschaft zur Verteilung von Teilen der gemeinschaftlich erzielten Überschüsse hervor. Wir geben und nehmen nur soviel, um selbst überleben zu können.

Zugang zu Bildung führt zu langfristiger Unabhängigkeit und damit zu nachhaltiger Familienplanung. Die Beschränkung der Überbevölkerung sorgt global für soziale und ökologische Entspannung. Die Einschränkung beim Konsum und nachhaltige Familienplanung sind die Grundlagen und Voraussetzungen für die ersten beiden Grundsätze.

Das Symbol des Kuchens, aus dem ein Stück heraus geschnitten wurde, erinnert uns daran, dass es eine Grenze gibt für das, was wir nehmen und geben können.

"Wir wissen, dass unendliches Wachstum auf einem endlichen Planeten nicht möglich ist." David Holmgren

Alle Gestaltungsprinzipien der Permakultur leiten sich aus diesen drei ethischen Grundsätzen ab.